Ritten, das Erlebnisplateau mit der atemberaubenden Dolomitenkulisse

Maria Saal mit Blick zum Langkofel, Plattkofel
und Schlern
Das Rittner Hochplateau liegt auf rd. 1000 bis 1500 Metern. Über dieses
Erlebnis aus Natur und Kultur erhebt sich mit 2.270 Metern das Rittner Horn. Ein
Wander- und Skigebiet das die Herzen im Sturm erobert.
Wie kommt man hinauf? Eine Frage, die sich schon vor
Jahrhunderten die Menschen gestellt haben (Historische Route Eisacktal). Nun, da waren zuerst die Scharen der
Völkerwanderungen, die Bajuwaren, die Römer, die Herren hoch zu Ross, dann die
feine Gesellschaft von Bozen in den letzten vier Jahrhunderten. Allesamt haben
sie Spuren hinterlassen. Die Spuren der alpinen Kupferzeit vor ca. 4000/5000
Jahren finden Sie im Archäologischen Museum in Bozen. Auf den Spuren der Kaiser
können Sie Wandern, Nordic Walken und auch Radeln.

Wer mit dem Auto nach oben möchte, der kann ab Bozen bequem die breite Straße
nach Unterinn nehmen, die mit malerischen Ausblicken in den Bozener
Talkessel durch die Weinberge führt. Weitere Fahrstraßen, aber
lange nicht so bequem, führen vom Sarntal und auch aus Barbian im Eisacktal
hinauf.
|
Aber das wohl schönste Nostalgie-Erlebnis können Sie auf der schmalen
Spur der Rittner-Bahn nachvollziehen. Ganz im Sinne
unserer slow-seeing Tipps. 1907 wurde
die Bahn, beginnend als Straßenbahn vom Waltherplatz mitten in Bozen, eröffnet.
Den Anstieg hinauf auf den Ritten, nach Oberbozen, schaffte sie als Zahnradbahn
(heute eine moderne Seilbahn ab Bozen, nähe Bahnhof) und auf dem
letzten Stück von rd. 6 km nach Klobenstein fuhr das "Bahnl" als
Schmalspurbahn. Die Rittnerbahn brachte mühelos die Sommerfrischler
hinauf aus dem heißen Bozen in die kühle Bergluft. Die Fahrt zwischen
Klobenstein und Oberbozen ist bis heute den Touristen als "Highlight" erhalten
geblieben. Fast im Schneckentempo geht es in einer zwanzig minütigen Fahrt von
Oberbozen nach Klobenstein für nur 3,50 Euro die Hin- und Rückfahrt.
|
Kostenfrei ist eine berauschende Dolomiten-Kulisse vom Latemar, über den Rosengarten und Schlern,
zu den Gipfeln des Langkofel, Plattkofel und der Geislergruppe inkludiert.
Dazwischen spitzt die Sella und schon mal die Marmolata, mit 3.343 m der höchste
Gipfel der Dolomiten, durch. Im Norden leicht zu erkennen der Plose und die
Zillertaler Alpen. Dem allem aber noch nicht genug geht die Weitsicht über die
Texelgruppe, sowie Ötztaler und Sarntaler Alpen hinaus, bis zum Blick gen Süden
in Richtung Gardasee, nicht zu vergessen dem Ortlermassiv im Südwesten, das
mit seinen 3.905 Metern immer noch der höchste Berggipfel des Südtiroler Landes
ist. Nehmen Sie Platz und genießen Sie im slow-seeing Tempo von Relais und Alpen. Übrigens... die Bahn fährt
das ganze Jahr im Halbstundentakt.

Blick in die Dolomiten von links: Langkofel,
Schlern, Rosengarten und Latemar
Wer die Wahl hat, der hat die Qual. Wandern Sie auf den
Spuren von Sigmund Freud, der in Klobenstein sein berühmtes Werk "Totem und
Tabu" geschrieben hat oder nehmen Sie den Rittner Themenweg, der Sie zu neun
Besonderheiten der Landschaft führt. Am beeindruckendsten sind auf diesem Weg
sicher die Erdpyramiden, die bizarr in den Himmel zeigen, oft mit einer
"schützenden" Steinhaube oben drauf. Fällt diese durch Regen oder Sturm, ist die
Pyramide aus eiszeitlichem Moränenlehm der Zerstörung preisgegeben.

Sie möchten lieber auf den Spuren von Barbarossa und Kaiser Karl V. wandeln?
Dann dürften Sie von Lengmoos und Lengstein begeistert sein. Lengmoos, an der
Straße der Kaiser, beherbergt die Kommende des Deutschen Ordens. Seit 1211
stand hier am Ulrichspass ein Hospiz für die Reisenden zwischen Italien und dem
Norden. Heute finden in diesen altehrwürdigen Mauern die Rittner Sommerfestspiele statt. Ein
sonniger Höhenweg (Abendstunden!) führt von Klobenstein in wenigen Minuten nach
Lengmoos.

Lengmoos, die Kommende des Deutschen
Ordens
Vorbei an den Erdpyramiden und der Wallfahrtskirche Maria Saal erreicht man
Lengstein. Auf seiner Italienreise über den Ritten kam Kaiser Karl V. auch
in Lengstein mit dem ursprünglich romanischen Wallfahrtskirchlein St. Ottilia
vorbei. Über dem Eingang des Gasthofes Schwaiger erinnert ein
Familienwappen an ihn. Mehr zur Geschichte des Ritten finden Sie in der Historischen Route Eisacktal.
 |