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Erlebnis Berg…

Hoher Peißenberg, 988 m - Satt sehen geht hier nicht.

Die Wolken geben den Blick frei - Hoher Peissenberg
Über den Wolken, Hoher Peissenberg

Diese sanfte Bergkuppe erhebt sich aus dem bayerischen Voralpenland, genauer gesagt aus dem Pfaffenwinkel, dem durch diesen sonnenverwöhnten Berg „eine Krone“ aufgesetzt wird. Die Einheimischen nennen ihren Berg auch „Bayerischer Rigi“, in Anspielung auf die Königin der Aussichtsberge, den rund 1800 Meter hohen Rigi in der Schweiz.

Wer die Höhe des Peißenberges auf zwei oder vier Räder, geruhsamer auf einer Wanderung erklommen hat und bei dickem Nebel im Tal gestartet ist, wird seinen Augen nicht trauen. Glücklich jene, die ein Fernglas im Gepäck tragen und die Gipfel der Alpenkette, die bis in die ferne Schweiz reicht, noch näher heran ziehen können. Eine fantastische rundum Fernsicht ist hier oben in knapp 1000 Metern garantiert, an klaren Tagen, bei Föhn und bei Hochnebel in den Herbstwochen.

Unmittelbar gegenüber im Süden erhebt sich der höchste Berg Deutschlands, die Zugspitze (2.966 m) mit dem Schneeferner und Waxnstoa (Waxenstein). Wer sich um die eigene Achse dreht kann im Nordosten den „Heiligen Berg“, das Kloster Andechs und weiter in der Ferne sogar den Münchener Fernsehturm erspähen. Dem aufmerksamen Auge wird im Südosten rechts hinter dem Jochberg die weiße pyramidenähnliche Spitze des Großvenedigers (3.660 m) nicht entgehen. Berggipfel so weit das Auge reicht. Mit Hilfe des großen Bild-Panoramas (südlich der Kirche zu finden) können die jeweiligen Gipfel leicht erkannt und zugeordnet werden. Die Hügel, Seen und Dörfer des Umlandes hingegen sind an so manchen Herbsttagen versunken in dichten flaumigen Wolken, die nicht mal die Spitzen der Prachtkirchen aus der Wessobrunner Meisterwerkstatt preisgeben, wie die Schöne von Rottenbuch oder die weltberühmte Kirchenschönheit in der Wies (mehr darüber in der Königlichen Rokoko-Route).

Die Wessobrunner Kunst kann aber auch ganz nah hier oben auf dem Peißenberg in Augenschein genommen werden. Keiner der Bergbesucher kann sich wohl der Anziehungskraft der kleinen Wallfahrtskirche mit dem schmucken Zwiebelturm entziehen. Der Innenraum der Kirche Maria Himmelfahrt mit angrenzender Gnadenkapelle ist ein kleiner strahlender Juwel des bayerischen Rokoko. In bewährter Zusammenarbeit haben heimische Künstler diese Kirche, insbesondere die Gnadenkapelle in ein Schmuckstück verwandelt. Dies waren der Baumeister Josef Schmuzer aus Wessobrunn, sein Sohn Franz Xaver als filigraner Stukkateur, der Weilheimer Bildhauer Franz Xaver Schmädl (Altäre) sowie der Freskenmaler Matthäus Günther, Bauernsohn aus Hohenpeißenberg. Er war ein Schüler von Cosmas Damian Asam (Gebrüder Asam, München), traf auch mit dem Venezianer Tiepolo (Marienmünster Diessen, Ammersee) zusammen und wurde Direktor der Augsburger Malerschule. Im überwältigenden Deckenfresko der Gnadenkapelle ist laut Überlieferung sein Vater als Bauer zwischen zwei Pferden abgebildet und er selbst betend daneben. Das Fresko hat durch Witterungsschäden ziemlich gelitten, dazu wurden Partien des Freskos durch ein Artilleriegeschoss im April 1945 zerstört. Die Feinheit sowie die Farben des Gemäldes gingen damals bei Restaurierungsarbeiten leider verloren. Seit 2006 wird die Gnadenkapelle restauriert und das Deckengemälde soll seinen Originalzustand aus dem Jahr 1748 wieder erhalten. Die Gnadenkapelle ist derzeit für Besucher geschlossen und voraussichtlich ab 2012 wieder frei zugänglich. Für die Restaurierung der Gnadenkapelle wurde ein Betrag von rund 1,9 Millionen Euro veranschlagt. Die Wallfahrtskirche kann jederzeit besucht werden. Bildtafeln informieren über den Fortschritt der Restaurierungsarbeiten in der Gnadenkapelle.

Wallfahrtskirche Hohenpeissenberg
Wallfahrtskirche Hohenpeissenberg

Wer möchte kann neben Fernsicht und Rokoko unser Wetter und Klima besser verstehen lernen. Einen guten Einblick in die Geheimnisse der Meteorologie geben 10 Stationen auf dem Wetterlehrpfad rund um den Gipfel. Kleine Entdecker werden mit einem Präsent des Deutschen Wetterdienstes belohnt, wenn sie alle Fragen der Lernstationen richtig beantworten. Das Infohefterl mit Kinder-Quiz ist am Infopavillion des Forschungsobservatoriums (gleich hinter der Kirche) erhältlich. Nicht nur Kinder lernen auf diesem Weg warum der Himmel blau ist und wie viele Wolkenarten es am Himmel zu sehen gibt. Das Meteorologische Observatorium Hohenpeißenberg ist die älteste Bergwetterwarte der Welt. Die Messungen begannen bereits im Jahr 1781. Seit 1952 ist das Observatorium Hohenpeißenberg eines von zwei Forschungsobservatorien des Deutschen Wetterdienstes.

Wer sich nach ausgiebigen Kultur-, Wissens- und Sonnengenuss wieder hinab ins Tal begibt, dem empfehlen wir weitere historische Glanzpunkte des Pfaffenwinkels zu besuchen. Mehr hierzu erfahren Sie in der Historischen Rokoko-Route.


Wie und wo findet man diesen attraktiven Berg im bayerischen Oberland
Den Hohen Peißenberg finden Sie an der B 472 zwischen Schongau und Peißenberg in der Nähe der Deutschen Alpenstraße und Weilheim i. Oberbayern.

 

Wander- und Kulturtipp!

Der Hohe Peißenberg liegt direkt am König-Ludwig-Wanderweg, der von Berg am Starnberger See nach Füssen verläuft sowie am Jakobsweg Salzburg-Hohenpeißenberg, der weiter ins rund 13 Kilometer entfernte Rottenbuch führt. Unbeschreiblich beeindruckend und fernab des großen Bustourismus der nahen Wieskirche können hier nicht nur Wanderer eine Verschnaufpause einlegen und ein wahres Feuerwerk der Wessobrunner Schule in sich aufnehmen. Mehr darüber in der Historischen Rokoko-Route.

 

Hotels und Urlaubsdomizile im Pfaffenwinkel (in Kürze)

 

 

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