Mittelalter Route Vinschgau
Die Via Claudia Augusta, 15 v. Christus trägt den Namen des
Germanenbezwingers Tiberius Claudius Caesar Augustus. Diese Straße führte von
Altino (nahe Venedig) über Trient, Meran, durch den Vinschgau, hinauf auf den
Reschenpass. Über Landeck, Imst sowie den Fernpass führt sie nach
Augusta Vindelicum (Augsburg) und weiter bis an die Donau, bei Donauwörth. Sie
ist die einzige römische Straße über die Alpen, deren Namen uns heute noch
bekannt ist, durch Funde von römischen Meilensteinen im Vinschgau belegt.
Länge der Route: ca. 80 km, entlang der Via Claudia
Augusta Abstecher: Stilfserjoch ca. 20 km, Müstair (Schweiz)
ca. 15 km Abstecher: Schnalstal, Kurzras ca. 15 km
Der Relais und Alpen-Tipp! Wir empfehlen die Route auf
Wander- oder Radwegen zu erkunden. Für müde Wanderer oder Radler ist die
Vinschgerbahn zwischen Meran und Mals ein willkommenes Angebot.
Sie können an den Bahnstationen der Vinschgerbahn jederzeit ein Fahrrad mieten. Lassen
Sie Ihr Fahrrad ruhig zu Hause.
Die Historische
Route in Kürze: Klicken Sie dazu bitte auf das 1. Bild und blättern
Sie den Routenverlauf durch.
Der Relais und Alpen Service
Mehr über diese Route können Sie im nachfolgenden Download lesen, den
Sie gleichzeitig als Reiseführer auf die Reise mitnehmen
können.
Meran, die Kurstadt an der Passer
Seit den Sisi Jahren ist diese Stadt wie ein Magnet und zählt zu den
bedeutendsten Kurorten der Alpen. Der alte Stadtkern um den Dom verführt zum
Shopping. Tipp! Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff und das Tourismus-Museum
»Touriseum«
Naturns, St. Prokulus
Östlich von Naturns steht das Kirchlein St. Prokulus aus vorkarolingischer
Zeit (7. Jh.). Die Prokuluskirche zählt zu den bedeutendsten historischen
Kunstdenkmälern des europäischen Kontinents. Hauptsehenswürdigkeit sind die
Fresken des 8. Jahrhunderts im Inneren der Kirche, die ältesten bisher
entdeckten Wandmalereien im deutschsprachigen Raum. Das Museum St. Prokulus erzählt
sehr anschaulich die Geschichte des Vinschgaus, von den Rätern und
Römern.
Schnalstal: Karthaus - Unsere Frau - Kurzras
Eine gut ausgebaute Straße führt in das enge, aber landschaftlich
beeindruckende und wildromantische Bergtal, vorbei an der auf ca. 1.000
Meter hoch gelegenen Burg Juval (Messner Mountain Museum). Nach kurzer Fahrt
erkennt man das hoch über dem Tal gelegene Katharinaberg, dessen Kirche
sich markant gen Himmel streckt. Unweit davon liegt Karthaus, das nach dem
großen Brand von 1924, innerhalb der Klostermauern des ehemaligen
Karthäuserklosters Allerengelberg wieder aufgebaut wurde. 1326 wurde das Kloster
durch die Grafen von Tirol gegründet aber schon 1782 aufgrund der Reformpolitik
von Kaiser Joseph II. aufgelassen. Reste des Klosters sind noch heute zu
erkennen bzw. erhalten, darunter der Kreuzgang (div. Ausstellungen), die
Ringmauer und die Klosterkirche St. Anna.
Malerisch inmitten des Tales liegt die barocke Wallfahrtskirche "Unsere Frau
in Schnals", erbaut im Jahr 1307. Wallfahrten sind seit dem 14. Jh.
bezeugt. Sehenswert: Grabkreuze, Heiliggrabgrotte und eine große
liegende Christusskulptur. Eine Besonderheit, der Archeo Park zeigt Lebensweise
und Umwelt der Menschen in der Jungsteinzeit, die Zeit des Mannes aus dem Eis. Ötzi lebte ca. um 3350 v. Christus.
Öffnungszeiten: Di - So 10 - 18 Uhr von März bis Anfang November, im Juli und
August auch montags und an Feiertagen geöffnet.
Am Ende des Tales, vorbei am Vernagtsee (Finailhöfe), erreicht man Kurzras (2.014 m). Von hier führt
die höchste Seilbahn Südtirols auf den Grawand (3.211 m), hinein in die
Gletscherwelt der Ötztaler Alpen. In der Bergstation gibt es eine
Ausstellung über die Gletscherwelten und eine Ötzi-Galerie, welche den Fund der
Mumie, des Mannes aus dem Similaun-Gletscher, dokumentiert.
Kastelbell
Das Schloss Kastelbell, 1238 erstmals erwähnt, dominiert
den gleichnamigen Ort am linken Etschufer auf einem Felsen stehend, um den sich
die Durchgangsstraße schlängelt. Tipp! Dauerausstellung der Via Claudia Augusta.
Latsch mit Morter und Goldrain finden Sie im Download der
MittelalterRoute.
Laas, Laaser Marmor
„Der Laaser ist lebendig“, so umschrieb der bayerische Hofbildhauer Ludwig
Schwanthaler den makellosen weißen Marmor, auch das weiße Gold aus dem Vinschgau
genannt, der in 2.500 Metern Höhe abgebaut wird. Ein wertvoller Marmor und der
wetterbeständigste weiße Kalkstein der Welt. Der Lieblingsstein der Habsburger
Herrscher. Große Aufträge kamen vom Kaiserhof in Wien vor dem ersten Weltkrieg,
aber schon zu Zeiten der Römer standen marmorne Meilensteine an der Via Claudia
Augusta. 1929 wurde die Laaser Marmorbahn in Betrieb genommen. Die Bahn führt
über eine Wegstrecke von 4 km hinauf zum Laaser Bruch. Bemerkenswert ist die 1
km lange Teilstrecke des Schrägaufzugs, hinauf auf 867 m Höhe. Die Bahn
transportiert noch heute den Marmor vom Bergbahnhof 1.350 m hinunter ins
Tal. Zahlreiche Kunstwerke aus Laaser Marmor schmücken die heimischen Kirchen
und Kapellen im Vinschger Tal. Übersehen Sie nicht die reich verzierten
Medaillons aus Laaser Marmor, des heimischen Bildhauers Gregor Schwenzengast 16.
Jh. (auch zu finden im Kloster Marienberg)
Prad und Stilfserjoch
Prad ist sehr gut bekannt als „Einstieg“ in die 48 steilen Kehren hinauf
zum Stilfserjoch. Wer diesen Abstecher macht, wird ein atemberaubendes
Bergpanorama vorfinden, nur knapp 250 Meter unter dem höchsten
Gipfel Südtirols, dem Ortler (3.905) mit seinen weißen
Spitzen, Karen und Graten. Die Stilfserjoch-Passstraße ist die zweithöchste Passstraße der
Alpen, aus strategischen Gründen 1822 erbaut.
Lichtenberg
Das bäuerliche Dörfchen Lichtenberg wird überragt von der gleichnamigen und
imposanten Schlossruine, der ehemaligen Burg der Grafen von Tirol (Freskenzyklus
des 14. Jh.). Diese größte Schlossruine Südtirols beherrscht das Vinschger Tal
zwischen Burgeis am Reschenpass und Schluderns. Im 13. Jh. wurde die große
Burganlage zum Schutz Tirols, vor den kriegerischen Schweizern erbaut. Im Ort
befindet sich ein Weisses Rössl, erbaut ca.1480 (evt. auch früher), ein
Handelsrelais aus der Zeit, als die Fugger noch über den Reschenpass
von Süd nach Nord reisten. Heute ist das Weisse Rössl ein schmuckes Hotel mit
modernen Zimmern und Suiten. Eine bewegte
Geschichte zum Nachlesen.
St. Christina auf Pinet
Ein romanisches Kirchlein am Wegrand sollten Sie unbedingt besuchen, St.
Christina auf Pinet, unweit der Schlossruine Lichtenberg und auf einer
Wanderung von Lichtenberg aus gut zu erreichen. Bemerkenswerter Innenraum.
Ein herrlicher Ausblick über den Vinschgau ist Ihnen gewiss.
Churburg, Schluderns
Majestätisch über dem kleinen Städtchen steht die
besterhaltene Burg Südtirols, die Burg der Grafen von Trapp. Der Ursprung der Churburg
geht auf die Bischöfe von Chur
zurück, die diese Burg im 13. Jh. erbauten,
nach einem Sieg über die Vögte von Matsch. Von bestechender
Schönheit ist der mit Fabelszenen reich bemalte Arkadenhof und Mittelpunkt der
Burganlage. Prunkstücke der Burg sind das Jakobszimmer und die Rüstkammer, in
der 50 vollständig erhaltene Rüstungen in der „eisernen Gardarobe“ stehen. Ein
überwältigender Eindruck.
Tartscher Bühel, Tartsch
Unweit der Churburg in südwestlicher Richtung, ragt aus
der Weite des Etschtals ein Moränenhügel, der Tartscher Bühel hervor. Weithin
sichtbar thront eines der ältesten Kirchlein des Vinschgaus, St, Veith (11. Jh.)
ganz oben auf der Kuppe. Der Spazierweg hinauf belohnt mit
einer herrlichen Aussicht in das weite Tal. Unbedingt ansehen sollten Sie sich die
archäologische Ausgrabung, das Rätische Haus aus dem 4. oder 3. Jh. v.
Ch., Führungen!
Glurns, die kleinste Stadt der Alpen
Das Mittelalterstädtchen ist umgeben von
einer Stadtmauer mit Wehrgang. In die Stadt führen drei Tore, das Malser, das Schludernser und
das Tauferer Tor. Der Ortsname ist rätischen Ursprungs und
wird schon um 1163 erwähnt. Im 13. Jh. war hier
der Sitz des landesfürstlich-tirolerischen Gerichts und ab 1304 besaß Glurns die
Stadtrechte. Bereits im 15. Jh. wurde innerhalb der Stadtmauern für die
Pfarrkirche St. Pankraz kein Platz gefunden und so wurde die Kirche vor
den Toren der malerischen Stadt mit den alten Laubengängen erbaut.
Taufers im Münstertal
Taufers, direkt an der italienisch-schweizerischen Grenze, wird von zwei
mächtigen Burgruinen geprägt. Sehenswert direkt an der Straße die romanische
Kirche St. Johann (Johanniterhospizkirche) 1220 erbaut, erweitert 1250. Im
Rundbogen des romanischen Portals die Mutter Gottes. In der 2-geteilten Kirche
befinden sich bemerkenswerte romanische Fresken.
Müstair, Kloster St. Johann (Schweiz) - UNESCO Weltkulturerbe
Wenige Kilometer nach Taufers und der Schweizer Grenze stößt man auf eine
1200 Jahre alte Klosteranlage
aus karolingischer Zeit, die seit dem 12. Jahrhundert von Benediktiner
Klosterfrauen gepflegt wurde. Die prunkvolle Ausstattung erhielt die Kirche St.
Johann im 8./9. Jahrhundert sowie im 12. Jahrhundert. Den großen Reichtum bei
seiner Gründung verdankt das anfängliche Männerkloster einer Morgengabe von Karl
dem Großen. Müstair war ein wichtiger Ort an der Grenze seines Reiches, zwischen
dem neu eroberten Langobardenreich (774) und dem anvisierten Ziel, dem Herzogtum
Bayern. Damit verbunden, die Absetzung des Bajuwarenherzogs Tassilo III., was im
Jahre 788 den vorläufigen Abschluss fand.
Eine Stuckfigur Karls des Grossen befindet sich in der Baldachinnische
zwischen Mittel- und Südapsis. Von besonderer Bedeutung ist der karolingische
Freskenzyklus aus der 1. Hälfte des 9. Jahrhunderts. Sämtliche Wandflächen der
Kirche, inklusive Apsiden und Fensterlaibungen waren ausgemalt. Im 9.-12.
Jahrhundert wurden Retuschen und Übermalungen an den karolingischen Fresken
vorgenommen. Mit dem Einzug der Benediktinerinnen entstand das Bedürfnis die
Apsiden und die Ostwand der Kirche mit neuen Fresken auszustatten. Im
Klostermuseum erfährt man mehr über die bewegte Geschichte und das Leben im
Kloster.
Laatsch
Zwischen Taufers und Mals unbedingt das Kirchlein St. Leonhard besuchen.
Dieses gotische freskengeschmückte Kleinod mit gotischem Flügelaltar,
beeindruckt zudem architektonisch. Der Chor der Kirche ist untertunnelt und
somit führt die Dorfstraße unter der Kirche hindurch.
Mals, Zentrum des Obervinschgaus
Enge steile Gassen prägen den Ort, der vom 33,5 m hohen
Rundturm der Fröhlichsburg (12. Jh.) überragt wird, dem Wahrzeichen von Mals. Über
164 Stufen kann der Turm erklommen werden. Ein weiteres Juwel aus karolingischer
Zeit ist die Kirche St. Benedikt, deren Fresken im Inneren zu den ältesten
im gesamten deutschen Sprachraum zählen, neben denen von St. Prokulus (Naturns).
Kloster Marienberg, Burgeis
In 1.334 Metern Höhe
liegt Europas höchste Benediktinerabtei. Für diesen Convent sollten Sie
sich etwas mehr Zeit einräumen. Vom Klostervorplatz aus genießt man
einen weiten Blick ins Tal, die Malser Heide, bis hinüber zur Schlossruine
Lichtenberg. Die Hauptsehenswürdigkeit, die Krypta überzeugt mit Fresken um 1160
mit einzigartigen Engelsdarstellungen. Das Herzstück des Klosters ist die barocke Stiftskirche, die
einzige dreischiffige Pfeilerbasilika im Vinschgau.
Reschenpass, 1.504 Meter über dem Meer
Wer kennt ihn nicht, den markanten Turm im Reschensee, im Dreiländereck
Italien, Schweiz und Österreich. Wie schon bei den Römern, so zählte der Pass
auch im Mittelalter zu den wichtigsten Alpenübergängen. 1950 wurde der
Reschensee auf italienischer Seite zur Energiegewinnung aufgestaut und das
malerische Dörfchen Graun geflutet. Allein der Kirchturm aus dem 13. Jh. blieb
erhalten und ist so zur touristischen Attraktion geworden.
Festung Altfinstermünz am Inn
Eine der bedeutendsten Zollstationen Tirols seit der Antike, liegt
wildromantisch in einer Schlucht am noch jungen quirligen Inn, gleich unterhalb
der Reschenstraße, zwischen dem Engadin und Tirol. Bereits um 45 n.
Chr. wurde hier im Bereich von Finstermünz an der Via Claudia Augusta der Inn
mit einer Brücke überwunden. Seit römischer Zeit bis 1854 war die Zollstätte
eine der wichtigsten Station über die Alpen zwischen Nord und Süd. Zur
Festungsanlage gehören ein Brückenturm (ehemals Zugbrücke), das Sigmundseck
(1473 von Erzherzog Sigmund der Münzreiche als Zollfestung errichtet), eine
mittelalterliche Höhlenburg, der Klausenturm (1502-1537 errichtet) und die
Kapelle Mariä Himmelfahrt (1603 von Erzherzog Maximilian III. dem Deutschmeister
in Auftrag gegeben). Der Verein Altfinstermünz hat eine mittelalterliche
Erlebniswelt geschaffen, die Dienstag, Donnerstag und Sonntag von 13 – 17 Uhr
geöffnet ist. Altfinstermünz muss man sich ab der Kajetansbrücke bei Pfunds auf
der alten Römerstraße Via Claudia Augusta erwandern (ca. 40 Minuten)
oder ab Schalkl (ca. 20 Minuten). Ein kurzer aber steiler Waldpfad führt über
die Straße zwischen Martina und der Kajetansbrücke bei Vinadi (links, kurz vor
der Abzweigung Samnaun) in ca. 10 Minuten zur Festung hinunter.
Details zur Mittelalter Route Vinschgau finden Sie hier im Download.
Einfach ausdrucken und auf die Reise mitnehmen.
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