Entlang der Via Claudia Augusta von Nauders bis Imst
Ein Streifzug durch viele Jahrhunderte. Erste Spuren stammen aus der
Hallstattzeit, das 7. und 6. Jahrhundert vor Christus. Um 15 v.Chr.
kamen die Römer auf ihrem Alpenfeldzug. Sie nutzten den einst wichtigsten
Weg von Süd nach Nord (und zurück) zwischen Reschen- und Fernpass.
Eine bewegende Geschichte unserer Vorfahren. Folgen Sie der Via Claudia
Augusta aus Südtirol kommend von Süd nach Nord, wie einst der Heerführer Nero
Claudius Drusus, Stiefsohn des Kaisers Augustus.
Länge der Route: rd. 60
km Abstecher: Kaunertal (ca. 35 km)
Die Historische Route in Kürze: Klicken Sie dazu bitte
auf das 1. Bild und blättern Sie den Routenverlauf durch.
Der Relais und Alpen Service
Mehr über diese Route können Sie im nachfolgenden Download lesen, den Sie
gleichzeitig als Reiseführer auf die Reise mitnehmen können.
Nauders am Reschenpass
Das Ortsbild ist geprägt von Schloss Naudersberg, einer Gerichtsburg aus den
13. – 16. Jahrhundert. Nauders, einst Station an der alten Römerstraße, der Via
Claudia Augusta, mit dem römischen Ortsname „Inutrium“ (150 n.Chr. erstmals
erwähnt) wurde 1150 urkundlich als „Nudres“ erwähnt. Der Ort besticht mit
rätoromanischen Häusern mit Freitreppen, Tordurchfahrten , Erkern und
geschaffelten Brunnen an den Dorfplätzen. Sehenswert ist die Pfarrkirche St.
Valentin mit gotischem Spitzturm, Michaelsaltar (schwäbischer Meister um 1515)
sowie dem klassizistischen Hochaltar. In der kleinen südöstlich von Schloss
Naudersberg gelegenen romanischen St. Leonhardskapelle wurde unter der gotischen
Ausmalung, ein romanischer Freskenzyklus entdeckt (1210) der überregionale
Bedeutung fand. In der Apsis befinden sich die meisten Wandmalereien, darunter
„Christus in der Mandorla“.
Festung Nauders
Direkt am Reschenpass befindet sich die Festung Nauders. Der Festungsbau
wurde zwischen 1836 bis 1840 von der k.u.k. Monarchie als
Straßensperre in den Fels gebaut. An diesem Engpass konnte der Nord-Süd
Weg leicht kontrolliert und verteidigt werden. Das Museum kann nur in den
Sommermonaten besichtigt werden. Innabwärts erreicht man die alte Zollfeste
Altfinstermünz.
Festung Altfinstermünz
Eine der bedeutendsten Zollstationen Tirols seit der Antike, liegt
wildromantisch in einer Schlucht am noch jungen quirligen Inn, gleich unterhalb
der Reschenstraße. Bereits um 45 n. Chr. wurde hier im Bereich von Finstermünz
an der Via Claudia Augusta der Inn mit einer Brücke überwunden. Seit römischer
Zeit bis 1854 war die Zollstätte eine der wichtigsten Station über die Alpen
zwischen Nord und Süd. Zur Festungsanlage gehören ein Brückenturm (ehemals
Zugbrücke), das Sigmundseck (1473 von Erzherzog Sigmund der Münzreiche als
Zollfestung errichtet), eine mittelalterliche Höhlenburg, der Klausenturm
(1502-1537 errichtet) und die Kapelle Mariä Himmelfahrt (1603 von Erzherzog
Maximilian III. dem Deutschmeister in Auftrag gegeben).
Der Verein Altfinstermünz hat eine mittelalterliche Erlebniswelt geschaffen,
Führungen: Juni bis September, Dienstag 10 Uhr - 14 Uhr.
Altfinstermünz muss man sich ab der Kajetansbrücke bei Pfunds auf der alten
Römerstraße Via Claudia Augusta oder ab Nauders erwandern Ein kurzer aber
steiler Waldpfad führt von der Straße zwischen Martina und der Kajetansbrücke am
linken Innufer bei Vinadi kurz vor der Abzweigung Samnaun (kleiner Parkplatz) in
ca. 10 Min. zur Festung hinunter.
Pfunds
Im 1282 erstmals urkundlich erwähnten Dorf stehen bemerkenswerte
Mittelflurhäuser mit schmucken Fassaden und Treppenaufgängen im Engadiner Stil.
In einem im 14. Jh. erbauten Bauernhaus zeugt das Museum Pfunds von der
bäuerlichen Arbeits- und Wohnkultur zum Teil im Originalzustand. Sehenswert:
Spätgotische Liebfrauenkirche mit Schnitzaltar aus dem Jahr 1513.
Tösens
Sehenswert, die alte Steinbogenbrücke aus dem Mittelalter, genannt
„Römerbrücke“ und die Pfarrkirche Hl. Laurentius, 1713. Oberhalb des Ortes in
Richtung Serfaus steht das romanische Kirchlein St. Georg, das im 15.
Jahrhundert gotisch erweitert wurde und vollständig ausgemalt wurde.
Oberhalb des Inns über Ried und Prutz befinden sich die
Orte:
Serfaus, 1.427 m
Serfaus zählt zu den ältesten Wallfahrtsorten Tirols. In der Wallfahrtskirche
Unsere liebe Frau im Walde (um 804) befindet sich die romanische Madonnenstatue
„Serfauser Madonna“ (13.Jh.) sowie gotische Fresken (14.Jh.).
Fiss, 1.436 m
Das Museum „S’Paules & S’Seppls Haus“ im Ortskern von Fiss führt seine
Besucher zurück in die „gute alte Zeit“. Es erzählt von den Höhen und Tiefen
eines Bauernlebens, von zwei Familien, die das kleine Häusl gemeinsam bewohnten.
Ein weiterer Bewohner des Hauses, Isidor Pale, hat sich mit Texten und Gedichten
an den Wänden im ganzen Haus verewigt.
Ladis, 1.200 m
Besiedelung bereits in prähistorischer Zeit, davon zeugt ein Urnengräbefeld
aus dem 12. Jh. v. Chr. Über das Dorf mit den rätoromanischen Häusern und
Fassadenmalereien erhebt sich sehr markant die Burg Laudegg (1239 erstmals
erwähnt).
Ried und Prutz
Bronzezeitliche und römische Funde weisen auf eine frühe Besiedelung hin.
Bemerkenswert die Pfarrkirchen der Orte mit gotischen (Pfarrkirche Konrad, Ried)
und frühgotischen (Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt, Prutz) Fresken. In Ried
befindet sich Siegmundsried (13. Jh.) das im 15. Jh. zum Jagdschloss Herzog
Friedrichs von Tirol ausgebaut wurde.
Lohnender Abstecher ins Kaunertal
Kaunertal, ab Prutz. Nach etwa 5 km in Kaltenbrunn befindet sich die
meistbesuchte Wallfahrtskirche des Tiroler Oberlandes, Maria Himmelfahrt. Hinter
Feichten beginnt die 26 km lange Gletscherstraße, die am Gepatsch-Stausee (6 km
Länge) vorbei bis auf 2.750 m hoch führt. (Maut). Der Gepatsch-Ferner ist der
zweitgrößte Gletscher der Ostalpen nach dem Pasterzen-Gletscher). Mit der Sesselbahn geht es weiter auf 3.000
m. Herrlicher Ausblick über das Dreiländereck.
Fliess, 1.023 m
Etwa fünf Kilometer von Prutz in Richtung Landeck stößt man auf ein
Hinweisschild - Archäologisches Museum Fliess und Dokumentationszentrum Via
Claudia Augusta. Sie sollten diesem Hinweis folgen und die kurvenreiche
Bergstrecke auf sich nehmen. Es erwartet Sie eine lohnenswerte Dokumentation der
Vorzeit. Das Archäologisches Museum Fliess befindet sich
gleich neben der alten Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, die Spuren aus einer
bajuwarischen Besiedelung um 530 – 620 n.Chr. aufweist. Das Museum wurde im
Alten Widum, dem ältesten Gebäude des Ortes 1994 eröffnet.
Die Besiedelung des Ortes an der Südterrasse des Venet geht aber auf die
frühe Bronzezeit zurück, belegt durch Keramik- und Feuersteinfunde sowie durch
Schalensteine (an der Philomenenkapelle). Oberhalb von Fliess, auf der Piller
Höhe, kann ein bronzezeitlich-eisenzeitlicher Brandopferplatz mit Aschehügel und
Steinaltar besichtigt werden. Der Opferplatz wurde auch noch in römischer
Zeit als Kultplatz genutzt. Im Dorf wurde 1990 ein hallstattzeitlicher
Bronzehort entdeckt. Im Museum befindet sich der mittelbronzezeitliche
Opferschatz vom Piller (älteste Exponate im Museum), der mit 300 Fundstücken zu
den bedeutendsten Depotfunden aus der Bronzezeit zählt. Die ältesten Fundstücke
stammen aus den Jahren um 1650 v. Chr., die jüngsten aus der Zeit um 1300
v.Chr. Zu den Funden gehören Waffen, Schmuck, Trachtenbestandteile,
Gürtelbleche, Votivbleche und Keramiken, die alle im Museum Fliess ausgestellt
sind. Die Fundstücke sind bestens erhalten. Das Fragment eines Kammhelmes,
der als ältester Helm Europas angesehen werden kann, gilt als Sensation. Der
hallstattzeitliche Bronzehort von Fliess, 7./6. Jh. v.Chr. ist mit seinen 385
Gegenständen ein weiterer Höhepunkt. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10
- 12 und 15 - 17 Uhr (Mai - Oktober)
Im Dokumentationszentrum der Via Claudia Augusta (im
Untergeschoss des neuen Dorfzentrums gegenüber der Pfarrkirche und
Archäologischem Museum) befindet sich eine Kopie der Tabula Peutingeriana, der
einzigen noch erhaltenen Straßenkarte die das Römische Reich mit seinen Straßen
zeigt. Im modernen Museum können ebenso ein Modell eines römischen Reisewagens
sowie römische Fundstücke in Augenschein genommen werden. Eine
Tondiaschau veranschaulicht die Strapazen einer Reise auf der
Via Claudia Augusta zu Zeiten der Römer. In Fliess ist die Via Claudia
Augusta im ursprünglichen Zustand erhalten geblieben, wie Geleiseschienen und
Wagenspuren (Fließer Platte).
Führungen, Wanderungen zum Opferplatz und entlang der Via Claudia Augusta
können im Tourismusbüro unter 0043 (0)5449-5224 erfragt und angemeldet werden.
Die Via Claudia Augusta wurde 45 n.Chr. von Kaiser Claudius zur
Staatsstraße ausgebaut, die sein Vater Drusus 15 v. Chr. im großen
Alpenfeldzug benutzt hatte. Diese Straße ist die einzige Römerstraße, die nach
einem Kaiser benannt wurde. Die Route verläuft von Altino an der Adria über
Trient, Bozen, Meran, Reschenpass (Mittelalter-Route-Vinschgau), Landeck, Imst, Fernpass, Füssen
nach Deutschland und über Landsberg und Augsburg bis an
die Donau.
Landeck
Im Talkessel von Landeck nimmt der Inn eine jähe Richtungsänderung gen
Ost. Landeck ist Verkehrsknotenpunkt für die Routen aus Südtirol, dem Engadin,
Paznauntal und Arlberg. 1282 wird das Schloss Landeck erstmals als
Gerichtssitz der Grafen von Tirol erwähnt. Durch Funde aus der Bronzezeit wird
eine bereits frühere Geschichte belegt. Sieben Brücken über den Inn verbinden
die Stadt mit den Ortsteilen. Die Gerberbrücke führt zum alten Ortsteil Perfuchs
mit dem Richterhaus, das eine Fassadenmalerei von 1569 schmückt (Malerstraße
20). Die Burg Schrofenstein (markant auf einem Felsen hoch über dem Inntal,
nordöstlich von Landeck) gehörte ab 1228 zum Erzbistum Chur. Ministerialien
waren die Herren von Schrofenstein.
Das Schloss Landeck (südlich von Landeck) wurde zwischen den Jahrhunderten
mehrfach an die Schrofensteiner verpfändet. Bis 1406 litt das Land unter
Kriegshandlungen zwischen den Grafen von Montfort, König Heinrich von Böhmen und
den Appenzellern. 1546 starb das Geschlecht der Schrofensteiner aus. Herren über
die Region wurden in Folge, von Trautson und von Auersperg von den Bischöfen von
Chur eingesetzt. 1810 wurde Schrofenstein verkauft und endete als Baumaterial,
was binnen weniger Jahrzehnte zur Ruine führte.
Sehenswert: Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt (1270). Ein spätgotischer,
dreischiffiger Bau. Innenausstattung ab der Romanik, gotische Portale und
spätgotischer Flügelaltar (Schrofensteiner Altar). Lohnende Abstecher auf
einer Wanderung oder Radtour die Ortsteile Grins (Römerbrücke), Pians
(Margarethenkapelle an der alten Straße nach Landeck) und in die Urpfarre Stanz,
das heute eher durch die Schnapsbrennereien bekannt ist.
Imst
Imst ist ein weiterer wichtiger Verkehrsknoten. Von hier geht es in die
landschaftlich sehr reizvollen Täler Pitz- und Ötztal, weiter nach Innsbruck
oder der Via Claudia Augusta folgend über den Fernpass nach Reutte und Füssen in
Richtung Norden. Die frühe Besiedelung des Inntales hat auch hier deutliche
Spuren hinterlassen. 53 Gräber aus dem 13. – 10. Jh. v. Chr. zeugen von einer
Urnenfelderkultur und in 2.000 Metern Höhe auf der Parzinnalm wurde eine
Bronzefigur (Votiv eines Beters) aus dem 5. Jh. v. Chr. gefunden. Die Votivfigur
ist heute im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck zu bewundern.
Weitere Gräber, Münzfunde und ein römischer Gutshof mit Hypokausten-Heizung aus
dem 2. Jh. n. Chr. berichten aus römischen Zeiten. Eine Güterschenkung (763) des
bayerischen Herzogs Tassilo III. belegt, dass die Bajuwaren von Tirol Besitz
nahmen. 1266 kam Imst zu Tirol unter Meinhard II., der 1282 das Marktrecht
verlieh. Wohlstand erlebte Imst im 15. Jh. durch den Bergbau, der durch Kriege
und Bauernrevolten unterdrückt wurde. Mit der Pest im 17. Jh. war die Blüte
vorbei und neue Erwerbsquellen wurden gesucht. Diese fanden die Imster in der
Zucht von Kanarienvögel. Die Imster Vogelhändler gelangten weit in die Fremde
und machten ihre Stadt bekannt. 1822 zerstörte der große Brand von Imst fast
alle Häuser. Nur 14 Häuser wurden vom Brand verschont. Sehenswert:
Marienpfarrkirche in der Oberstadt (1304, Wiederaufbau nach dem Brand in der 2.
Hälfte des 15. Jh.), der Kirchturm ist mit 84,5 Metern der höchste Tirols. – Die
Laurentiuskirche am Bergl (eine der ältesten Kirchen des Landes, 5. Jh.). – Das
Fastnachtshaus (nähe Friedhof) im „alten Widum“, Barockbau mit Fassadenmalerei
(18. Jh., Museum des Imster Schemenlaufens, der alle 4 Jahre in der Fasnacht
statt findet). – In der Pfarrgasse befindet sich das Dekanatswidum aus dem 18.
Jh. mit Quaderportal und steinernen Fratzen. – Gegenüber das Rokoko-Wohnhaus der
Handelsfamilie Strele. Weiters beherrschen Patrizierhäuser, Kapellen und
zahlreiche Brunnen das Stadtbild. Das Imster Heimatmuseum befindet sich im
Ballhaus (1530), benannt nach den Stoff- und Warenballen der Händler.
Die Historische Route Inntal - Tiroler
Oberland schließt an die Historischen Routen „Mittelalter-Route“ aus dem Vinschgau ab
Meran sowie an die Inn-Route aus dem Engadin „Oberinntal-Engadin“
an.
Details zur Inntal - Tiroler Oberland Route finden Sie hier im Download.
Einfach ausdrucken und auf die Reise mitnehmen.
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