Das Bayerische Inntal
Der quirlige Inn aus dem Schweizer Engadin passiert zwischen Kufstein und
Kiefersfelden einen weiteren markanten Punkt seines Verlaufes vorbei am
mächtigen Kaisergebirge, bevor er sich gemächlich durch Oberbayern bis nach
Passau schlängelt, wo er sich mit der Donau zum großen Strom verbündet. Er zieht
vorbei an romantischen Altstädten wie Rosenheim und Wasserburg, prägt die
Landschaft rund um Barock und Rokoko Kirchen die seines-gleichen suchen. Den
Inn, kann man als “den bayerischen Fluss” bezeichnen, denn hier in Bayern zeigt
der ursprünglich stürmische Alpenfluss seine ganze Stärke mit stoischer
Ruhe.
Länge der Route: ca. 60 km Abstecher:
Samerberg ca. 10 km; Bad Aibling an der Mangfall, Weihenlinden ca. 18 km
Kufstein - Kiefersfelden
Der quirlige Inn aus dem Schweizer Engadin passiert zwischen Kufstein und Kiefersfelden einen weiteren markanten Punkt seines
Verlaufes vorbei am mächtigen Kaisergebirge, bevor er sich gemächlich durch
Oberbayern schlängelt. Breit und träge ist er geworden, aufgestaut aus
Hochwassergründen nicht nur wegen Passaus Altstadt, wo er sich mit der Donau zum
großen Strom verbündet. Der Eingriff in die Natur gestattete zwischen Tirol und
Bayern wieder eine Inn-Schifffahrt von Niederndorf, Erl (Passionsspiele),
Kiefersfelden bis Kufstein. Zudem bringt eine Fähre Wanderer und Radfahrer
(Inn-Radweg) über den Fluss zwischen Kiefersfelden und Kufstein.
Kufstein, mit der markanten Burganlage über dem Inn, gehörte in vergangenen
Zeiten zu Bayern, bis die Stadt und Burg 1504 durch den österreichischen Kaiser
Maximilian I. erobert und den Bayern abgenommen wurde. Die als uneinnehmbar
geltende bayerische Burg wurde von den Habsburgern im Sturm erobert. Die Grenze
zwischen Tirol und Bayern, die sich mitten durch den Inn zieht, hat sich bis
heute erhalten. Die schweren Kriege der vergangenen Jahrhunderte zwischen Bayern
und Tirol sind heute vergessen, die Grenzen offen.
Kufstein, mit der markanten Burganlage über dem Inn, gehörte in vergangenen
Zeiten zu Bayern, bis die Stadt und Burg 1504 durch den österreichischen Kaiser
Maximilian I. erobert und den Bayern abgenommen wurde. Die als uneinnehmbar
geltende bayerische Burg wurde von den Habsburgern im Sturm erobert. Die Grenze
zwischen Tirol und Bayern, die sich mitten durch den Inn zieht, hat sich bis
heute erhalten. Die schweren Kriege der vergangenen Jahrhunderte zwischen Bayern
und Tirol sind heute vergessen, die Grenzen offen.
Gleich hinter dem alten Grenzübergang an der Bundesstraße zwängt sich eine
kleine neugotische Kirche an die Bergwald, die König Otto Kapelle. Der
16-jährige bayerische Prinz Otto (1815-1867) wurde zum ersten König
Griechenlands ernannt und nahm hier von seinem Heimatland Abschied. Der
Überlieferung nach sei ihm dies sehr schwer gefallen. Sein Vater Ludwig I. ließ
die Kapelle 1834 in Erinnerung an seinen Sohn von Daniel Ohlmüller erbauen.
Tipp! „Der Bauernshakespeare von Kiefersfelden“
Bekannt ist Kiefersfelden insbesondere durch die barocken Ritterspiele, die
nichts mit den Reiterturnieren und Mittelalterfesten der heutigen Zeit zu tun
haben. Kiefersfelden besitzt das älteste Dorftheater Deutschlands und die
schönsten Ritterdramen um Liebe, Hass und Neid. Im Jahr 1618 gründeten die
Kiefersfeldener zusammen mit den Tiroler Arbeitern des Hammerwerks eine
Spielgemeinschaft für religiöse Spiele. Als Bühne musste damals noch der Balkon
des Veitenbauern und als Zuschauertribüne der Hang an der alten Pfarrkirche
herhalten. Zahlreiche Theaterstücke zurück bis ins Jahr 17. Jh. sind erhalten
geblieben. Aber, da gab es einen Arbeiter aus dem Tiroler Zillertal, 1793
geboren, der von der Nachwelt den Ehrentitel „Der Bauernshakespeare von
Kiefersfelden“ erhalten hat. 23 Theaterstücke um Ritter, Liebe, Hass und Neid
hat er ausdrucksstark und mitreißend verfasst, die bis heute nichts an Dramatik
eingebüsst haben. 1803 wurde die erste „Theaterhütte“ eingeweiht. Die
einzigartige Barockbühne mit den Drehkulissen stammt aus dem Jahr 1833.
Alljährlich wartet ein großer Kreis von Theaterliebhabern auf die schaurig
schönen Spiele in Kiefersfelden, die jährlich in den Monaten Juli – August
aufgeführt werden.
Kloster Reisach, Niederaudorf
Das Karmeliterkloster von 1732 ist eine Privatstiftung, des Münchner
Brauereibesitzers Johann Georg von Messerer und wurde in Urfarn nahe am Inn
inmitten blühender Wiesen von Abraham Millauer nach den Plänen von Ignaz Anton
Gunetzrhainer erbaut. Ein schlichter Bau entsprechend der Ordensregeln. Die
Innen-ausstattung ist äußerst geschmackvoll und nicht überladen. Auf
Deckengemälde wurde ganz verzichtet. In der Kirche finden Sie bemerkenswerte
Holzreliefs von Johann Baptist Straub.
Brannenburg, Wendelstein (1838 m)
Gemütlich und nostalgisch geht es mit der 100 Jahre alten Zahnradbahn ab
Brannenburg in 25 Erlebnisminuten zum Gipfel. Harte Arbeit war es damals, die
zwei Jahre andauerte, bis die knapp zehn Kilometer lange Bahnstrecke hinauf auf
den Berg fertig gestellt war. Sieben Tunnel und acht Galerien schützen den
Bahnverlauf vor Steinschlag und Lawinen. Im Mai 1912 wurde Deutschlands erste
Hochgebirgsbahn feierlich eingeweiht. Mehr zum Erlebnisberg - Wendelstein
Abstecher: Samerberg
Wechseln Sie bei Brannenburg die Innseite und bleiben Sie rechts vom Inn.
Kurz hinter Nussdorf erreichen Sie eine Abzweigung zum Samerberg, ein landschaftliches Juwel der letzten Eiszeit. Heute
ist der Samerberg Ziel zahlreicher Ausflügler, die diesen Höhenrücken mit seinen
vielen Möglichkeiten vom Wandern bis zum Gleitschirmfliegen und meist mit
herrlichem Ausblick zum Chiemsee wie auch Simssee genießen. Ein fantastisches
Ziel mit Weitblick-Ambitionen ist die Hochries, die Sie auf einer Wanderung oder
per Seilbahn erklimmen können.
Neubeuern am Inn
Am östlichen Innufer erhebt sich markant eines der schönsten Dörfer
Deutschlands. Romantisch zeigt sich der historische Marktplatz von 788, den man
nur durch mittelalterliche Tore erreichen kann. Ein hübsche Kulisse, die in
zahlreichen Filmen bis heute Verwendung findet. Den Markplatz überragt das
ehemalige Schloss der Grafen von Preysing, das heute ein Privatgymnasium
beherbergt. Die Pfarrkirche Mariae Empfängnis entstand im 13. Jahrhundert. Die
Kirchenausstattung zeugt vom einstigen Wohlstand durch Handel und Schifffahrt in
Altären und Gemälden, die sich den Patronen der Schiffleutbruderschaft
widmen.
Unser nächstes Ziel erreichen Sie von Neubeuern über die B15 Raubling in
Richtung Rosenheim.
Westendorf am Wasen, Pang
Im Südwesten von Rosenheim erregt in der Nähe von Pang ein eigenwilliger
runder Kirchenbau mit einer großen und einer kleinen Zwiebelhaube aus dem 17.
Jh. Aufmerksamkeit. Ein gleichschenkeliges griechisches Kreuz war Grundlage für
die Idee des rotundenähnlichen Kirchenbaus. Die reiche frühbarocke
Innenausstattung überzeugt. Der Miesbacher Stuckatorenkreis des Maurermeisters
Georg Zwerger wurden mit dem Bau und Ausstattung der Kirche St. Johann
Baptist-Hl. Kreuz beauftragt.
Heilig Blut, Rosenheim-Süd
Auf dem Weg von Süden nach Rosenheim kommend liegt die Wallfahrtskirche Hl.
Blut direkt an der lebhaften Zufahrt in die Stadt. Eine bezaubernde Kirche aus
dem 16. und 17. Jahrhundert, die zum Innehalten einlädt. Hier lässt sich die
Hektik des Alltags noch abschalten. Im Hochaltar befindet sich eine
Dreifaltigkeitsgruppe, die dem „Meister von Rabenden“ (Anfang 16. Jh.)
zugeordnet wird. Ein gotischer Bildhauer, dessen Namen nicht bekannt ist, der
sich allerdings über seine großartigen Werke identifizieren lässt. Weitere
herausragende Werke von ihm finden Sie nördlich vom Chiemsee in der Pfarrkirche
St. Jakobus in Rabenden, in der Nähe vom Kloster Seeon.
Rosenheim
Zu Zeiten der Römer gab es hier am Inn bereits eine Brücke und eine
römische Militärstation, „Pons Aeni“. Die Gründung jedoch geht urkundlich auf
das frühe 13. Jh. zurück. Rosenheim war stets hochwassergefährdet aufgrund der
ungünstigen Lage auf dem Seeton des Würmeiszeitsees, dem Rosenheimer See, der
von Kufstein bis Wasserburg reichte. Rosenheim entwickelte sich trotz aller
Widrigkeiten zum reichen Handels- und Marktplatz am schiffbaren Gebirgsfluss.
Der Handel florierte bestens zwischen Italien und Ungarn und neben dem
Marktrecht, herzoglichen Privilegien durfte der Markt Pflasterzoll und
Salzsteuern erheben. 1560 erhielt Rosenheim das Recht auf den Salzhandel, das
weiße Gold.
1864 erhob der bayerische König Ludwig II. Rosenheim zur Stadt. Vieles von Rosenheim
vernichteten verheerende Stadtbrände im 16. und 17. Jh. Erhalten blieb der
historische Kern am Max-Josefs-Platz mit dem dreistöckigen Mittertor aus dem 14.
Jh. (heute Heimatmuseum). Die typischen Innstadthäuser mit Laubengängen,
schweren geschnitzten Türen und Rokokofassaden prägen eindrucksvoll das
Stadtbild. Spazier- und Radwege entlang des Inn und der Mangfall, die Rosenheim
mit dem Tegernsee (Abfluss bei Gmund) verbindet runden das Bild der
Voralpenstadt ab.
Sehenswert: Die Pfarrkirche St. Nikolaus. Der romanische
Kirchenbau wurde im 15. Jh. fast vollständig bei einem Stadtbrand zerstört. Der
Wiederaufbau erfolgte im damals aktuellen gotischen Stil. Reste der alten
romanischen Kirche sind im Turm und Fundament erhalten geblieben. Gut sichtbar
im Sockelbereich der Fassade auf der Südseite. Einen Besuch wert ist die
zweitälteste Kirche der Stadt, nur wenige Schritte vom Max-Josef-Platz entfernt.
Die spätgotische Heilig-Geist-Kirche ist eine Privatkapelle und Spitalkirche
(Stiftung) aus dem Jahr 1449 und trug damals einen Spitzhelm. Nach dem großen
Stadtbrand erhielt die kleine Kirche inmitten der Häuserzeile ihre wuchtige
barocke Zwiebelhaube. Interessantes über die 2000 Jahre alte Geschichte des
Inns erfahren Sie im Inn-Museum (Innstraße 74, geöffnet von April bis Oktober)
von der Innplätte und Schiffszug bis zum Inn-Dampfer.
Wir empfehlen ab Rosenheim einen Abstecher ins Nahe Bad Aibling an der
Mangfall und zur Wallfahrtskirche Weihenlinden. Wer am Inn in Richtung
Wasserburg bleiben möchte, sollte einen Stopp in Rott am Inn, besser gesagt hoch
über dem Inn einlegen (siehe unten).
Abstecher: Bad Aibling an der Mangfall
Das bekannte und größte Moorbad Bayerns blickt auf eine über 2500-jährige
Geschichte zurück. Der Hofberg ist markanter Mittelpunkt über der Altstadt mit
dem ehemals karolingischen Hofgut und königlicher Pfalz. 500 v. Chr. siedelten
die Kelten zu Füßen des Hofberges, 15 v. Chr. eroberten die Römer das Land
nördlich der Alpen und 476 drangen die Bajuwaren ein. Auf dem Hofberg wurden die
alten römischen Anlagen erweitert und für die Herzöge der Agilolfinger
eingerichtet. 788 lösten die Karolinger dann die Agilolfinger ab. Auf dem
Hofberg steht auch die spätgotische Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt, die um
1755/1756 nach den Plänen des Münchner Baumeisters Johann Michael Fischer
erweitert wurde. Bekannte Künstler wie Ignaz Günther (St. Nepomuk) und sein
Mitarbeiter Joseph Götsch (Kreuzigungsgruppe), Johann Martin Heigl
(Deckengemälde) gestalteten liebevoll die Ausstattung der beeindruckenden
Kirche.
Am Marienplatz steht die Kirche St. Sebastian (1765) mit figurenreichen
Rokoko-Altären von Joseph Götsch. Gleich gegenüber an der Fassade der ehemaligen
Poststation fällt eine Wandmalerei auf, die den jungen Prinzen Otto (Ottokapelle
Kiefersfelden!) beim Abschied von seiner Mutter, der Königin Therese am 6.
Dezember 1832 zeigt. Der noch minderjährige Otto, wurde nach dem griechischen
Unabhängigkeitskrieg zum 1. König Griechenlands ernannt. Über 3000 bayerische
Soldaten begleiteten ihn nach Athen.
Weihenlinden, ein Relais und Alpen Tipp!
Wenige Kilometer westlich von Bad Aibling sind rechts von der Bundesstraße
in Richtung Bruckmühl zwei markante Zwiebeltürme zu erkennen. Die
Wallfahrtskirche Weihenlinden ist der Hl. Dreifaltigkeit sowie der Mutter Gottes
geweiht. Die Gnadenkapelle hinter dem doppelstöckigen frühbarocken Hochaltar
wurde in den Jahren 1643 bis 1645 erbaut. 1653 bis 1657 wurde die heutige,
dreischiffige Emporenbasilika errichtet und 1736 reich mit Fresken und Stuck
ausgestaltet. Bei der Säkularisation (1803) wurden fast alle Archive über Bau
und Ausstattung der Kirche vernichtet. Eine Reihe von Meistern konnte aber durch
ihren eigenwilligen und handwerklichen Kunststil zugeordnet werden.
Umgänge für die Wallfahrer befinden sich an den Außenlängsseiten mit
großen Wandbildern. An der Nordseite befindet sich die Brunnenkapelle mit dem
heilkräftigen Gnadenbrunnen. Weihenlinden ist heute ein zu Unrecht vergessener
Wallfahrtsort, ein Barock-Juwel, das man abseits des Verkehrsflusses Bad Aibling
- München nicht vermuten würde und das jeden Abstecher lohnt. Hier kann man
innehalten, bewundern und auftanken.
Rott am Inn, ein Relais und Alpen Tipp!
Zwischen Rosenheim und Wasserburg erhebt sich links vom Inn ein Moränenhügel
mit der schönsten Rokokokirche zwischen Inn und Salzach. Mit seinen
ungewöhnlichen unterschiedlichen Türmen, Überreste aus dem Mittelalter, erhebt
sie sich über das Inntal. Das Äußere der Kirche ist schlicht gehalten. Die
ehemalige Klosterkirche zählt zu den wertvollsten Rokokokirchen Bayerns und
scheut keinen Vergleich mit den Rokokokirchen des Pfaffenwinkels, wie z.B. der weltberühmten Wieskirche. Die Anfänge
des Benediktinerklosters gehen auf das 11. Jh. zurück, die Gründung auf den
Pfalzgrafen Kuno I. von Rott.
Die Rotter Klosterkirche ist eine wirklich einmalige Werkgemeinschaft der
bedeutendsten Süddeutschen Rokoko-Künstler. Ein schlechter baulicher Zustand
erforderte, angeraten vom renommierten Baumeister Johann Michael Fischer aus
München, einen kompletten Neubau. Der 1759 geschlossene Vertrag verpflichtete
Fischer innerhalb von drei Jahren die Kirche zu errichten. Mit ihm im Bunde
waren der Wessobrunner Meister Franz Xaver Feichtmayr, der Bildhauer Ignaz
Günther (Hochalter und Figuren) und sein Mitarbeiter Joseph Götsch. Der
namensverwandte Maler Matthäus Günther schuf das monumentale Kuppelfresco sowie
ein Wandfresko an der südlichen Fassade (Friedhof) in einer
Bogen-Nische.
Für diese Kirche sollten Sie sich einen bestimmten Tag einräumen, da der
große Kirchenraum mit einem Gitter den Besuchern sonst verschlossen bleibt.
Besichtigungszeiten: Ende März bis Anfang Dezember Samstag
13 – 16 Uhr, Sonntag nach dem Gottesdienst ca. 10 -12 Uhr und 13 – 17.30 Uhr
(November-Dezember nur bis 15.30 Uhr). Außerhalb dieser Zeiten ist die Kirche
täglich von 9 – 17 Uhr (Sommermonate 18 Uhr) bis zum Gitter geöffnet.
Ab Rott haben Sie zwei Möglichkeiten zum letzten Etappenziel nach
Wasserburg zu kommen, einmal über Kloster Attel am linken Innufer oder Sie
wechseln zum rechten Ufer nach Griesstätt. Letztere Variante ist für Autofahrer
wie Radler empfehlenswerter.
Kloster Attel, am linken Innufer
Anfang des 11. Jh. wurde das erste Kloster gestiftet, das bei der
Säkularisation 1803 aufgelöst und teilweise abgerissen wurde. Das im 18. Jh.
geschaffene Kirchenschiff ist von einem gewaltigen Tonnengewölbe überspannt, das
mit Wessobrunner Stuck verziert wurde. Auch in dieser Klosterkirche waren
bedeutende Meister des 18. Jh. beteiligt, darunter Ignaz Günther. Wer sich für
großartige Kirchen interessiert, sollte auch Attel am linken Innufer gesehen
haben.
Kloster Altenhohenau am Inn, ein Relais und Alpen Tipp!
Sollten Sie sich für das rechte Innufer entschieden haben, geht es nach der
großen Innbrücke und Griesstätt weiter in Richtung Wasserburg mit einem
bezaubernden Stopp im kleinen und schier vergessenen Kloster Altenhohenau, im
Schatten der großen Klosterkirche von Rott und nicht ganz leicht in den Innauen
zu entdecken. Wenige Kilometer hinter Griesstätt geht es bei einem kleinen
Weiler und unscheinbaren Verkehrsschild „Altenhohenau“ links ab, als wolle man
das Kleinod geheim halten. Der heutige Bau geht auf das 17. Jh. zurück.
Beim betreten der Kirche kommt man durch einen Vorraum, der als Windschutz
dient in eine sehr niedrige Vorhalle mit darüber liegenden Nonnenchor. Auch in
dieser wertvollen Kirche trenn ein schmiedeeisernes Gitter (1674) den Besucher
vom Kirchenraum. Die Decken- und Wandfresken stammen von Matthäus Günther
(1705-1788). Den Hochaltar wie die Seitenaltäre schuf Ignaz Günther (1725-1775).
Bemerkenswert an der Nordwand (linke Seite), das wertvolle Mystikerkreuz aus
dem 14. Jh. und davor in einem Glasschrein das Kolumba-Jesulein, eine gotische
Schnitzarbeit aus dem 15. Jh. das im 18. Jh. das Herz der Nonne Kolumba Weigl
aus München erobert hat. Im rechten Seitenaltar befindet sich in einem
goldgefassten Reliquienschrein das Altenhohenauer Jesulein. Im 18. Jh. gehörte
dieses kleine Jesulein zu den acht meistverehrten Gnadenbildern Bayerns
Bleiben Sie ab hier auf der rechten Innseite, denn so erreichen Sie die
Altstadt Wasserburg wie schon einst Könige, Herzöge, Grafen und sogar Kaiser
über die Innbrücke und das Brucktor.
Wasserburg am Inn - Relais und Alpen Tipp!
Wasserburg ist einzigartig, allein schon durch seine Lage im Kessel inmitten
der Moränenhügel umgeben vom Inn, der genau hier eine große Schleife bildet.
Diese eigenwillige Lage lässt richtig vermuten, dass Wasserburg harte Zeiten
erlebt hat zwischen den Stürmen der Zeit. Gleichermaßen geplagt vom Hochwasser
wie den Kriegen und Bränden, die die Altstadt heimsuchten. Mehrfach wurde die
Innbrücke zerstört, sei es durch Eis oder reißendes Hochwasser oder zuletzt
durch eine Sprengung, um 1945 den Einzug der US-Armee zu verhindern.
Wasserburg erlebte aber auch gute Tage, vor allem am „Handelskreuz“ zwischen
Tirol und Ungarn mit der Innschiffahrt und den Saumpfaden und Handelswegen
zwischen Salzburg – München - Augsburg. Das Salz wurde in Wasserburg zu Gold und
brachte der Stadt Reichtum. Die Stadtchronik verrät, dass im Jahr 1618 insgesamt
12.603 Salzkarren einzogen und 11.455 Wagen Salz nach München transportierten.
Die Innschifffahrt gab vielen Bürgern Arbeit, denn Schiffer, Knechte, Reiter und
Schiffbauer wurden gebraucht. Innaufwärts nach Tirol ging es mit den
Schiffszügen, für die mindestens 30 Pferde und bis zu 25 Schiffsleute tätig
waren – eine schwere und gefährliche Arbeit.
Glanzlichter der Innschifffahrt waren die fürstlichen Hochzeits- und
Prunkfahrten. Kurfürst Maximilian I. trat 1635 seine Brautfahrt nach Wien hier
in Wasserburg an. Der Brautzug soll aus 24 Schiffen bestanden haben. 1739 reiste
Kaiser Karl VII. mit Gemahlin und Gefolge zum Besuch des Kaisers nach
Österreich. Dagegen ist es heute am „gestauten und gezähmten“ Inn in der
Altstadt richtig gemütlich. Eine Sehenswürdigkeit schließt sich an die andere an
und ein Spaziergang durch die Gassen der Stadt versetzt seine Besucher zurück
ins Mittelalter.
Starten Sie mit Ihrem Rundgang am linken Ufer (Parkhaus) vor der Innbrücke.
Durch das Brucktor (1338, auf der Innenseite Wandmalereien von 1568) erreichen
Sie den Marienplatz mit der Frauenkirche (1324) und gotischem Rathaus, das von
1457 bis 59 erbaut wurde, mit sehenswerten gotischen Sälen (Führungen siehe
unten). Gegenüber steht das Haus der Handelsfamilie Kern mit einer einzigartigen
Rokoko-Fassade, die der Wessobrunner Meister Johann Baptist Zimmermann um 1738
schuf. Durch die Salzender Zeile erreichen Sie die Herrengasse mit dem
spätgotischen Bürgerhaus, dem heutigen Heimathaus.
Am Ende der Herrengasse erreichen Sie St. Jakob an dessen südlicher Chorwand
ein großes Wandgemälde aus dem 15. Jh. ins Auge fällt, der Wasserburger
Lebensbaum. Dahinter zeigen sich die Burg und die Doppelkirche St. Michael. Die
Ausstattung der Pfarrkirche St. Jakob wird von einer Zürn-Kanzel gekrönt, von
den Brüdern Martin und Michael Zürn 1638 fertig gestellt wurde.
Über die Lederer Zeile, vorbei am Roten Turm, der neben dem Brucktor der
letzte erhaltene Turm der alten Stadtbefestigung (zwischen 1160 und 1415) ist,
erreichen Sie die Hofstatt, die zurück zum Marienplatz führt.
Wasserburg ist eine lebendige Stadt aus dem Mittelalter. Man könnte auch
sagen, die Wasserburger verstehen es mit Ihren Gästen zu feiern. Mitte September
findet das Farb- und Klangspektakel „Wasserburg leuchtet“ statt. Bei einem
Nachtflohmarkt geht es in der ersten Freitag/Samstag-Nacht im August ums Handeln
und Feilschen. Am letzten Samstag im Juli wird es romantisch in den Gassen der
Altstadt beim alljährlichen Weinfest. Ganz traditionell präsentiert sich
Wasserburg in der Vorweihnachtszeit mit Christkindlmarkt rund ums Rathaus. Ein
Grund wieder zu kommen, finden Sie nicht auch?
Sehenswertes: Rathaussäle, Führungen: Dienstag bis
Freitag 10, 14 15 und 16 Uhr sowie Samstag 10 Uhr Museum Wasserburg: Dienstag
bis Sonntag 13 – 17 Uhr, im Winter bis 16 Uhr, Januar geschlossen Imaginäres
Museum, Wegmachermuseum, Wasserburger Bierkatakomben, Skulpturen und Themenwege
am Inn.
Genießen Sie, bevor Sie diese mittelalterliche Stadt verlassen einen
Überblick über die Stadt von der „Schönen Aussicht“. Diese erreichen Sie über
den Kellerbergweg (am Parkhaus an der Innbrücke) in nur 15 Minuten Aufstieg oder
mit dem Auto über die Salzburger Straße.
Wasserburg ist das schönste Tor zum Chiemgau und Chiemsee.
Details zur Das Bayerische Inntal finden Sie hier im Download.
Einfach ausdrucken und auf die Reise mitnehmen.
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