Chiemgau-Salzburg Route
Bayerns Südosten, der Chiemgau und das Berchtesgadener Land wurden mit den
Kräften der Eiszeit zur Schönheit ausgebaut, einem übergroßen Freilichttheater
gleich. Wir beginnen mit dieser Route in Kufstein, der Stadt mit der Feste hoch
über dem Inn. Durch das Priental führen wir Sie an den Chiemsee und weiter über
die Deutsche Alpenstraße zum Königssee. Mit der Festungs- und
Festspielstadt Salzburg, eine der schönsten Städte der Alpen beenden wir diese
Route.
Länge der Route: rd. 120
km Abstecher: Überfahrt mit der Chiemsee-Schifffahrt zu den
Inseln
Die Historische Route in Kürze: Klicken Sie
dazu bitte auf das 1. Bild und blättern Sie den Routenverlauf durch.
Der Relais und Alpen Service
Mehr über diese Route können Sie im nachfolgenden Download lesen, den Sie
gleichzeitig als Reiseführer auf die Reise mitnehmen können.
Kufstein, die Perle Tirols
Majestätisch über der Stadt am Inn steht seit Jahrhunderten die Feste
Kufstein, das Wahrzeichen der Stadt. Zur Festung auf dem schroffen
Felsen kommt man mit dem gläsernen Aufzug oder über einen kurzen überdachten
Aufstieg. 1205 wurde die Burg erstmals erwähnt und im Jahre 1504 vom
österreichischen Kaiser Maximilian I. den Bayern abgenommen. Die als
uneinnehmbare Burg wurde von den Österreichern im Sturm erobert. Der 90 Meter
hohe Kaiserturm entstand in den Jahren bis 1522. Bei einem Bummel durch die
Stadt sollten Sie auf die Zeit achten, denn täglich um 12 Uhr (im Sommer
zusätzlich um 17 Uhr) ertönt die Heldenorgel aus dem Bürgerturm
über die Stadt. Mit 4.307 Pfeifen ist die Orgel die größte Freiorgel der
Welt.
Von Kufstein aus führt Sie die Route nach Ebbs und über den Niederndorfberg
hinauf ins Priental, ins Bayerische, nach Sachrang.
Tipps!
- Kurz vor der Grenze gibt es noch einen Geheimtipp für
Käseliebhaber. Die Biosennerei Hatzenstädt. Tiroler
Biobergbauernkäse vom Feinsten und sogar einen Weltmeisterkäse.
- Rd. 400 Meter weiter auf Tiroler Boden, liegt direkt an der Grenze der
Wildpark Wildbichl.
Sachrang, das Dorf des Müllner Peters
Das kleine bayerische Dorf am Anfang des Prientales hat eine lebendige
Chronik zu verzeichnen. 1216 kam es durch eine Schenkung zum Bistum Chiemsee.
Rund 100 Jahre später wurde es als Lehen dem Herrn von Hohenaschau übertragen
und ging im Jahr 1529 endgültig durch einen Kauf an das Herrschaftsgericht
Hohenaschau. Die Graubündner Brüder Giulio und Pietro Zucalli gaben der
Pfarrkirche St. Michael (Ende des 17. Jh.) eine besonders prunkvolle Note, die
man im kleinen Dorf an der Grenze nicht erwarten würde. Dem berühmtesten
Sachranger, dem Huber Peter (1766-1843), nach seinem Beruf als Müllner benannt,
widmete der Schriftsteller Carl Oscar Renner einen Roman »Der Müllner-Peter von
Sachrang«. Der Roman wurde verfilmt und Sachrang zur Legende.
Aschau im Chiemgau
Das mächtige Schloss Hohenaschau (12. Jh.) prägt das Aschauer Priental
unterstützt von den beiden Zwiebeltürmen der barocken Pfarrkirche
Darstellung des Herrn. Die Schlosskapelle wurde Ende des 17. Jahrhunderts
barockisiert. Die beiden Altarblätter der Seitenaltäre stammen von Johann
Babtist Zimmermann. Das Schloss war jahrhundertelang Mittelpunkt und
Herrschaftsgericht bis in das Jahr 1848. Tipp! Die
Kampenwand (1.668 m), der Aussichtsberg im Chiemgau. (Auffahrt mit der
Kabinenbahn ab Hohenaschau)
Urschalling
Die schlichte kleine Dorfkirche (im 12. Jh. Burg und Kirche der
Falkensteiner) beherbergt eine der bedeutendsten Kirchenmalereien des
Alpenraumes. Der gotisch-romanische Freskenzyklus ist dem 12. – 14. Jh.
zuzuordnen. Der Zusammenhang der Freskenfolge ergibt eine klare biblische
Konzeption. Die älteste Malerei, der Sündenfall links im Chorraum, entstand in
der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts.
Chiemsee, das Bayerische Meer
Bayerns größter See (84 Quadratkilometer) ist ein »Überrest« des letzten
Alpengletschers und vor fast 15.000 Jahren entstanden. Sein wichtigster Zufluss
ist die Tiroler Ache. Das Mündungsdelta der Ache ist ein wahres Vogelparadies
und Naturschutzgebiet. Der fischreiche See lockte Kelten und Römer an, die am
See und auf den Inseln siedelten. Der See besticht mit seinen drei Inseln, der
Herreninsel, Frauenwörth und der kleinen Krautinsel. Überfahrt zu den Inseln mit
der Chiemsee
Schifffahrt-Schiffahrt ab Prien, rd. 3 km von Urschalling entfernt
Herrenchiemsee - Eine Insel im Bayerischen Meer
Das ehemalige Augustiner Chorherrenstift wird auch als »Altes Schloss«
bezeichnet. Die Gründung geht auf den Agilolfinger, Herzog Tassilo III. im 8.
Jh. zurück. 1130 entstand das Augustiner Chorherrenstift. 1215 richtete das
Bistum Salzburg das Suffraganbistum Chiemsee ein. Wie die meisten Klöster im
Mittelalter wurde Chiemsee zum wichtigsten Kulturträger mit einem
wirtschaftlichen und politischen Zentrum. Das Kloster, insbesondere der
»Fürstenstock« gehört zu den eindruckvollsten Barockanlagen des 17.und 18.
Jahrhunderts.
Herrenchiemsee - König Ludwigs Versailles
Bereits vor dem Erwerb der Herreninsel hatte König Ludwig II. ein Schloss
nach dem Vorbild von Versailles geplant. Der Architekt Georg Dollmann setzte
seine Pläne (Baubeginn 1878) um und konzipierte ein noch perfekteres Versailles.
Mit einer Länge von 98 Metern ist der Spiegelsaal (17 Spiegel) größer als die
Spiegelgalerie in Versailles. Die 1.848 Kerzen der 44 Kandelaber und 33 Lüster
.,mnbv b,-.,13. Juni 1886 starb der König im Starnberger See. »Wenn ich nicht
bauen darf, kann ich nicht leben«.
Der Besuch beider Schlösser ist sehr zu empfehlen: Herrenchiemsee >
Frauenchiemsee, das schönste Dorf Bayerns
Das Kloster auf der Fraueninsel wurde von Kaiser Ludwig dem Deutschen um 860
gegründet. Die erste Äbtissin war seine Tochter Irmingard. Das Marienmünster ist
ein spätottonischer Bau aus dem frühen 11. Jh. Der wertvollste Besitz sind die
Wandmalereien des frühen 12. Jh. (Ausstellung in der Torhalle) Die Türumrahmung
mit dem Tympanonfeld stammt vermutlich aus karolingischer Zeit (9. Jh.) Der
neben der Kirche stehende Campanile ist das Wahrzeichen des Chiemgaus. In seiner
8-eckigen Form wurde er ursprünglich als Wehr- und Fluchtturm im 10./11. Jh.
erbaut. Der heutige Zwiebelturm ersetzte 1572 den alten Spitzturm. Der
Zwiebelturm ist der älteste Bayerns. Kloster Frauenwörth >
Neben dem im 9.
Jh. durch Ludwig dem Deutschen gegründeten Kloster, steht das
älteste »Hochgebäude« Bayerns, die romanische Torhalle der Karolinger und ältester Teil
der Klosteranlage. Die offene Halle mit dem
Tonnengewölbe ist eine der ältesten Gewölbeformen und aus der griechischen
und etruskischen Architektur bekannt. In der Michaelskapelle im Obergeschoss
wurden
Mäanderfriese und figürliche Wandbilder freigelegt. Die monochrom in roten
Strichen dargestellten Engel sind auf das frühe 9. Jh. zurückzuführen. Bevor
Sie die Insel wieder verlassen, sollten sie sich ein bisserl Ruhe gönnen, einen
Chiemseefisch probieren und beim Inseltöpfer vorbei schauen, neben der Fischerei
von alters her eine Tradition auf Frauenwörth.
Die Deutsche Alpenstraße
Die Deutsche Alpenstraße führt von Lindau nach Salzburg.
Sie können vom Chiemsee über Bernau, Grassau, Reit im Winkl, Ruhpolding und
Inzell dieser Straße nach Berchtesgaden folgen. Einen
der schönsten Ausblicke dieser Alpenroute findet man in Ramsau. Die berühmte
Kirche am Wegrand (St. Sebastian, 1512) mit Blick auf den Hochkalter (2.608m),
steht an der alten Salzroute von Schellenberg bis Lofer. Aber nicht nur die
Salzsäumer zogen jahrhundertelang vorbei, auch die Kelten nahmen diesen Weg
hinüber in den Pinzgau. Mehr über St. Sebastian finden Sie im ausführlichen
Download der Routenbeschreibung.
Wallfahrtskirche Maria Gern
Zu den schönsten barocken Wallfahrtskirchen
Süddeutschlands zählt die Kirche Maria Gern (1708). Wahlfahrten nahmen Ende des
17. Jh. immer mehr zu und so wurde die Vorgängerkirche bald zu klein. Die Kirche
überrascht mit einem festlichen Barock und einer reizvollen Stuckdecke. Es
empfiehlt sich hier oben in Maria Gern eine Wanderung zu unternehmen. Die Lage
der Kirche ist äußerst markant und malerisch zwischen Untersberg und Watzmann.
Berchtesgaden
Berchtesgaden gab an die gesamte Region seinen Namen ab. Mit der Eröffnung
der Bahnlinie 1888 erhielt das Berchtesgadener Land einen starken Aufschwung,
nicht zuletzt mit dem Tourismus. Aber davor kamen die Maler, die die Landschaft
zu Füßen des zweithöchsten Berges Deutschlands, dem Watzmann mit 2.713 m auf
ihrer Leinwand für die Nachwelt festhalten wollten. Ein Bummel durch die Stadt
gibt immer wieder bezaubernde Ausblicke auf die majestätische Bergwelt frei.
Trotzdem sollten Sie ein Augenmerk auf die Fassadenmalereien an den typischen
Häusern, mit dem Salzburger Baustil werfen. Die früheste Fassadenmalerei aus der
Zeit um 1610 finden Sie am ehemaligen Gasthof Zum Hirschen. In skurrilen Szenen
stellen Affen die Untugenden der Menschen dar.
Ein im 11. Jh. bestehendes Jagdhaus namens »Perther« (Gaden bedeutet Haus)
gab dem Ort seinen Namen. 1105 gründete Graf Berengar von Sulzbach ein
Augustiner Chorherrenstift. Von den deutschen Herrschern bekam das Stift 1156
das Salzregal und 1194 die weltliche Gerichtsbarkeit. Ab 1245 unterstand das
zuerst durch den Salzabbau reiche Chorherrenstift unmittelbar dem Pabst. Von
1594 bis 1723 waren die Wittelsbacher auch die Fürstpröbste von Berchtesgaden.
Das romanische Langhaus des Chorherrenstifts St. Peter und Johannes wurde
Mitte des 15. Jh. durch eine spätgotische, dreischiffige Kirchenhalle ersetzt.
Die Grundmauern der Doppeltürme stammen noch aus romanischer Zeit.
Beachtenswert, der romanische Kreuzgang um 1220/1250, einer der bedeutendsten in
Deutschland. Neben der Stiftskirche im ehemaligen Schloss der Wittelsbacher ist
ein sehenswertes Schlossmuseum, mit einer reichen Sammlung des Kronprinzen
Ruprecht von Bayern, untergebracht.
Das Historische Nonntal, ist der älteste Straßenzug der
Stadt, im typischen Stil des Alpenlandes. Das Nonntal geht auf das ehemalige
Augustiner Nonnenkloster zurück. An dieser Straße finden Sie angefangen vom
Schlossplatz mit der Stiftskirche auch den alten Friedhof (von 1685 und unter
Denkmalschutz) das Rathaus, das Kanzlerhaus (1560) und das Heimatmuseum. Die
Straße führt Sie auch zum Salzbergwerk. Sehenswert:
Berchtesgadener Heimatmuseum, Salzbergwerk Berchtesgaden (eine Einfahrt in das
Bergwerk lohnt sich und macht nicht nur Kindern Spaß)
Der Königssee und Bartholomä
Den Königssee erreicht man bequem auf einer Wanderung, Radtour oder mit dem
Auto. Seit 1909 wird der See mit Motorschiffen (heute Elektroboote, regelmäßig
und ganzjährig) befahren und die Touristen zur weltberühmten Kirche St.
Bartholomä, dem Wahrzeichen des Königssees, übergesetzt. Vielfach
gemalt und fotografiert. Auf dem Weg zur Halbinsel, zu Füßen der Hachelköpfe und
des kleinen Watzmanns, legen die Schiffe an der Echowand einen Stopp ein für das
berühmte Trompetenecho, das mystisch über den See erschallt. Um
1134 wurde die »Basilica Chunigesse« erbaut und der Heiligen Dreifaltigkeit
geweiht. 1522 wird erstmals eine Kapelle Bartholomäus genannt. Der Heilige
Barholomäus ist der Patron der Almbauern, Sennerinnen und Hirten. 1698 wurde
auch Bartholomä barockisiert und Anfang des 18. Jh. durch einen Anbau (Rotunde)
mit dem Jagdschloss verbunden. Einen herrlichen Ausblick über den Nationalpark Berchtesgaden verspricht
die Auffahrt mit der Jennerbahn zur Bergstation in 1.800 Metern über dem
Meer und Königssee.
Kehlsteinhaus
Das Kehlsteinhaus bietet einen grandiosen Ausblick in die Welt der Alpen
auf 1.834 Metern Höhe. Die Straße zum Gipfel (nicht öffentlich befahrbar) wurde
in nur 13 Monaten ausgebaut. Ein wahres Meisterwerk der Straßenbauer. Vom
Wendeplatz der Busse bringt Sie ein Aufzug zur Bergstation. Der Aufzug
überwindet in nur 41 Sekunden 124 Meter.
Bad Reichenhall
Das Gebiet um Reichenhall war schon in der Bronzezeit besiedelt, was wohl auf
die Solequellen zurückzuführen ist. (Funde im Heimatmuseum!) Um 700 waren
bereits 700 Sudpannen im Einsatz. Salzburger und Bayern stritten sich um das
Salz, was dazu führte, dass Reichenhall eine Wehrmauer zum Schutz bekam. Der
hohe Salzgehalt der Sole (24 %) lieferte täglich 190.000 l Sole. Mit der
Entdeckung der Heilkraft im 19. Jh. beginnt eine sehr erfolgreiche Zeit für die
Stadt. Reichenhall gehört zu den bedeutendsten Kurstädten Deutschlands.
Sehenswert: das ehemalige Augustinerchorherrenstift St.
Zeno (1136). Der älteste Teil ist ein romanischer Kreuzgang. Das Münster St.
Zeno war die größte aller romanischen Basiliken Oberbayerns. In der
»Alten Saline« ist die
Maschinenhalle von besonderer technischer Bedeutung. Zwei große Wasserräder
wurden über den um 1507 errichteten Hauptbrunnenschacht errichtet.
Bad Reichenhall, die Kurstadt
Das größte Freiluftinhalatorium (1912, 720 m Länge, Holzbau) Deutschlands
befindet sich im Reichenhaller Kurpark. Jeden Tag rieselt die 2-3 prozentige
Alpensole über rund 100.000 Schwarzdornbüschel herab, die die Sole fein
zerstäuben. Die Sole wirkt durchblutungsfördernd, das Atmen fällt
leichter.
Tipp! Die Predigtstuhl Bergbahn bringt Sie in
10 Minuten auf den Hausberg der Reichenhaller. Von der Bergstation (1583m)
bietet sich eine leichte Höhenwanderung oder der Aufstieg zum Gipfel (1613 m)
an. Die Aussicht über Bad Reichenhall, Salzburg sowie das Bergpanorama sind
einzigartig.
Salzburg
Salzburg - diese Stadt an der Salzach ist ein großes Museum unter
freiem Himmel, ein äußerst lebendiges. Die Stadt ist Musik, von Wolfgang Amadeus
Mozart bis zur singenden Trapp-Familie, die durch das Musical und den Film
»Sound of Music«, der mit 5 Oscars ausgezeichnet wurde, Weltruhm erlangte. Wer
kennt diese Schöne der Alpen, man darf sagen Europas, wohl nicht? Salzburg
erkunden, das heißt früh aufstehen und sich Zeit nehmen für einen
ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt. Gemütlicher geht es mit der
Pferdekutsche, die am Residenzplatz für die Besucher bereit
steht.
Zu Zeiten der Römer hieß die Stadt noch »Juvavum«. Die Illyrer gaben der
Ansiedlung den Namen, den die Kelten und Römer beibehielten. Der Bedeutung des
Namens »Sitz des Himmelsgottes« ist nichts mehr hinzuzufügen. 1997 wurde
Salzburg zum Weltkulturerbe erklärt. Von der Romanik bis Barock
hat die Bistumsstadt alle Schätze vereint, die Festung
Hohensalzburg (1077), eine Residenz ,
einen prächtigen Dom (erste frühbarocke Kirche nördlich der Alpen, 1614-28;
Tipp: Dom-Museum), das Stift St. Peter (690, malerische Lage des alten Friedhofs
St. Peter), ein Schloss (Mirabell in der Neustadt), ein Festspielhaus (ein
kleines und ein großes), eine Felsenreitschule, eine Shoppingmeile
(Getreidegasse) und vieles mehr… Wie schon geschrieben, nehmen Sie sich viel
Zeit für diese einmalig schöne Stadt.
Details zur Chiemgau-Salzburg Route finden Sie hier im Download.
Einfach ausdrucken und auf die Reise mitnehmen.
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