Suite mit Durchblick in den Sternenhimmel – ein außergewöhnliches
Weisses Rössl, ein Relais der Fugger
Eines der außergewöhnlichsten Hotels dieser Welt steht im Südtiroler
Vinschgau, in Lichtenberg. Unkonventionell und stolz steht es inmitten des
vergessenen Dörfchens mit der malerischen und alles überragenden Schlossruine.
Klein ist es, mit nur sieben Zimmern und Suiten. Ein Geheimtipp für all
diejenigen, die dem Alltag und Touristenrummel auskommen möchten. Dieses
Hotel, das nach sechzehn Jahren Stillstand wieder ins Leben gerufen wurde, ist
ein Weisses Rössl, aber eben anders als die anderen Weissen Rössl. In der
Blütezeit des Handels wurde es einst in unmittelbarer Nähe der alten Via Claudia
Augusta erbaut. Das war im Jahre 1480 und Quartier nahmen Händler und Kutscher,
die auf dem Weg vom Mittelmeer die Route über Meran und Reschenpass ins damalige
Augsburg der Fugger nahmen und darüber hinaus. Stallungen für die Pferde gab es,
nicht nur für die Weissen. Sie wurden versorgt und gestärkt für die Weiterreise
am nächsten Tag. Viel hat das Rössl gesehen, den grausamen und blutrünstigen
Calvenkrieg 1499 überlebt. Selbst die italienischen Faschisten, die es zehn
Jahre besetzt hatten in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts, hat es
überstanden. Nur der Neuzeit wäre es bald zum Opfer gefallen.
Alte Gewölbe, Fresken des 16. Jahrhunderts und rustikale Holzböden, eine alte
Räucherkammer und der große Backofen wären nebst einer gotischen Stube mit ihren
Wandtafeln verschwunden und dem Abrissbagger zum Opfer gefallen, wenn es sich
der Sohn des Hauses nicht doch noch anders überlegt hätte. Seine Heimatliebe war
so stark, wie die Verbindung zu seinem Elternhaus. Der alte Gasthof, gehörte
seit den sechziger Jahren seinem Vater Franz und Mutter Fani. Der Vater war ein
bekannter Viehhändler, der die Stallungen des Rössls gut für seine Zwecke nutzen
konnte. Die Mutter, war eine beliebte Gastgeberin im alten Gasthaus und sie ist
auch heute noch um das Wohl der Rösslgäste bemüht, erzählt gerne von alten
Zeiten.
Wie kann es sein, dass man sich so einer Aufgabe stellt, wird man sich,
angesichts der Fotos vom einsturzgefährdeten alten Rössl, stellen. Nun, die
Entscheidung fiel 2004. Bernhard Tschenett hörte vom bevorstehenden Abriss
seines Elternhauses, irgendwo zwischen den Kontinenten, auf einem Flughafen im
Norden. Ein Weltenbummler, unterwegs in den höchsten Sternekategorien dieser
Welt. Bermudas, St. Moritz, das Ritz, das Bristol und so weiter. Ein Telefonat
mit Folgen. Er kehrte in die Heimat zurück.
Mit
seiner Hände Arbeit begann er das Rössl mit den abgestützten Außenwänden zu
räumen. Tagelang schrubbte er vorsichtig die gotischen Wandtafeln, befreite sie
vom Zigarettenteer der vergangenen Jahrzehnte, bis das Original des 15.
Jahrhunderts zum Vorschein kam. Nachbarn und Freunde gingen ihm zur Hand, wie
auch sein Freund und Architekt David Rosa. Ende 2006 war es geschafft. Das
Weisse Rössl erstrahlte im neuen Glanz, in perfekter Harmonie mit der
Vergangenheit. Ein halbes Jahrtausend Zeitgeschichte, ein Juwel. Die Südtiroler
Landesregierung ehrte Bernhard Tschenett für den Erhalt eines Kulturgutes.
Nichts davon gäbe es mehr, ohne ihn. Und Heute?
Heute werden die Rösslgäste verwöhnt, man kann sagen mit allen Sinnen. Wohl
dem, der in diesem Hause seine schönsten Wochen des Jahres verbringt. Suiten mit
Charme und Wohlfühlen, eigenwillige Designerzimmer mit gläsernen Bädern in
Türkis, die das Duschen zum Erlebnis erheben. Suiten mit Durchblick in den
nächtlichen Sternenhimmel und mit Kuschelecken zum Schmökern hinterm alten
Kamin. Suiten mit Panoramablick gen Westen über das Vinschgauer Tal der Etsch,
bis hin zu den nahen Schweizer Bergen. Oder die Suite „Franz“ für Romantiker,
mit renaissancezeitlichen Fresken im roten modernen Bad und alten Kachelofen in
der gemütlichen Stube.

Apropos Stube. Das Weisse Rössl steht auch für Gaumenfreuden. Feinste
italienische Weine runden das Nachtmahl in der historischen Gotischen Stube oder
dem stilvollen Wintergarten ab. Zu guter Letzt gibt es ein Gläschen für die gute
Nacht und wohlige Träume.
Dem Sternekenner Bernhard Tschenett ist es durchwegs gelungen, ein kleines
Hotel der Extraklasse ins Leben zu rufen. Ein Hotel anders als andere Hotels.
Ein Hotel für Menschen, die sich lieber in der Stille der Alpen und im kleinen
Rahmen erholen – inmitten einer herzlichen Gastfreundschaft einer liebenswerten
Gastgeberfamilie. Bernhard Tschenett ist ein unermüdlicher Hotelier und hat noch
viel mit seinem Rössl vor. Der kleine 3-Loch Übungsgolfplatz vor der Haustüre,
unter den hunderte von Jahren alten und knorrigen Palapirnbäumen, einer seltenen
und wohlschmeckenden Birnensorte, die nur noch im Vinschgau heranwächst, gibt
einen Vorgeschmack auf einen Wohlfühlurlaub rund um die Uhr. Der
gastfreundlichen Inhaberfamilie Tschenett wäre es zu wünschen, dass dieses
liebenswerte Hotel zahlreiche Liebhaber findet, das kleine Weisse Rössl noch
lange weiter lebt.

Das Rössl, ein Geheimtipp für schöne Urlaubswochen, z.B. Ski-Endspurt in der
König-Ortler-Runde oder die Frühjahrswochen mit Ski & Golf. Für Romantiker
und Verliebte gibt es ein Wochenende mit Champagner in der
Renaissance Suite mit dem geschichtsträchtigen Bad. Ein Tipp für den
Valentinstag und so manchem Hochzeitstag. Dieses Kleinod im Südtiroler
Nationalpark Stilfserjoch sollte man einfach selbst erleben, es ist eine Reise
wert.
Autorin: Christa Leopold
Relaishotel Weisses Rössl
Südtirol: Ein Relais anno 1480, ein Kleinod, mit einer 500jährigen Geschichte. Das Rössl überzeugt mit Moderne und dem Golfplatz vor der Haustüre...
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